• Start
  • Termine
  • Verein
  • RegioOst Cup
  • XC
  • Flugfunk
  • Bilder
  • Specials
Competition
  • German Flatlands 2010
  • Australien 2009
  • Piedrahita '09
  • German Flatlands '09
Cross Country
  • Rennstrecke Böhlen
  • XC in Thüringen
  • Alpensafari 2009
Flugbetrieb

Windenschlepp

Soaringampel Störmthal

XC

German Flatlands 2010

PDF Drucken
German Flatlands 2010


Alle Flüge der Woche gibts hier: klick Logo Flatlands 2010


 

06.08.2010 | 23.59 Uhr

The Party is over - zumindest für die meisten.

Die Band

Ein Wildschwein musste sein Leben lassen und etliche Biere auch. Mal sehen, ob das Klopfen im Kopf morgen genau so laut ist, wie das Trommel der Schluggies auf der Tischplatte. Am Nachmittag gab es noch ein grosses Gleitwinkel-Vergleichsfliegen - und die U4 haben nicht gewonnen - aber das lag wohl nur am fehlenden Mut, noch kurz vor der Regenfront zu starten. Der Abend blieb dann halbwegs trocken und seit dem Sonnenuntergang ist es durchaus möglich, dass die Promille-Werte die Steigwerte übertreffen. Dies ist nicht nur dem Freibier sondern auch den rockigen Klangkünstlern zu verdanken. So mancher Pilot zeigte den zahlreich vertretenden Fliegerdamen, dass er nicht nur in der Luft ein paar lockere Kreise drehen kann. So, jetzt spiralen wir aber mal ab in die Hängematte und pfeifen dabei die unsterbliche Hymne: "Sweat home Altes Lager, where the sky are so blue..."

06.08.2010 | 13.29 Uhr

Die German Flatlands 2010 sind Geschichte.

Das Gesamtergebnis: klick.

XC-Team Leipzig

Glückwunsch, Torsten!

---

Heute findet kein Task mehr statt, weil die Wolken zu kompakt sind. Die Siegerehrung gab es schon, einige sind bereits gen Heimat aufgebrochen und der harte Kern baut die Winde für Helferschlepps auf.

Heute Abend spielt die Liveband und ein Wildschwein vom Grill sorgt hoffentlich für eine ähnliche Stimmung wie in den Asterix & Obelix-Filmen. Besucher sind herzlich eingeladen!!!

Unser Dank gilt allen tatkräftigen Unterstützern des Leipziger XC-Teams im Alten Lager sowie den fleißigen Lesern dieses Blogs!

Bis 2011.

Bye bye

Gruppenbild Flatlands 2010

Sieger LM Ost 2010

Die Platzierten der LM Ost 2010

Sieger Flatlands 2010

Die Platzierten der German Flatlands 2010

Das Orga-Team

Die Orgas Matthias und Willy

 

06.08.2010 | 09.54 Uhr

Guten Morgen aus dem windigen Lager. Der Himmel zeigt sich in fläming-blau (8/8 Bewölkung) und die Piloten hoffen auf einen 4. Task nach dem 5. Briefing in 6 Minuten.

Fläming-blau

Suchbild

 

06.08.2010 | 1.34 Uhr

Bissl spät geworden heute. Kein Wunder, bei diesen weiten Flügen unserer Jungs!

Frank (23,2 km) und Torsten (35,7 km) hatten gestern das beste aus diesem komischem Wetter gemacht und sind jeweils gute Strecken geflogen. Der Himmel schattete nach 13 Uhr komplett ab, so dass ziemlich alle Piloten im Startfenster eine Ehren-Platzrunde drehen durften. Später lugte dann ab und an die Sonne bis zum Erdboden durch, was immer gleich für thermische Ablösungen sorgte. Das Problem: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wie im Leben so beim Fliegen. Am Segelflugplatz Lüsse werden Gleitschirmflieger übrigens im Mercedes-Leppo zur Halle gefahren. Tja, wer hat der kann.

Nach erfolgter Rückholung von ihren Flügen fehlte nur noch Christian. Der hatte sich zu Fuß auf den Heimweg gemacht und ist unterwegs (nach einer tollen Stärkung mit Kaffee und Heidelbeerkuchen am Landeplatz in Bardenitz --> vielen lieben Dank an die Gastgeber/Innen von der Hochzeitstag-Kremserfahrt-Combo!) bei diversen Fotomotiven im NSG Forst Zinna hängengeblieben.

Jetzt sind alle schon im Bett und träumen bereits von einem möglichen 4. Task.

Briefing

Briefing zum 3. Task

Taskboard 3. Task

Da lang?

Frank preparing

Frank in Speedboots

Die graue Welt von oben

On air

Leppo von Lüsse

Leppo Lüsse. Kein Witz

Lecker!

Ein Hochzeitstag wird gefeiert

Back home

Gibts da auch Wölfe?

 

05.08.2010 | 10.50 Uhr

Wir befinden uns hinter eine Okklusion und vor einer Kaltfront, die aktuell von Niedersachsen her ein Regengebiet in unseren Raum befördert. Am Boden weht der Wind mit 15 km/h aus SO - weshalb wir heute den Startplatz wechseln müssen - und in der Höhe mit 20 bis 25 km/h aus S. Taskbriefing ist in einer halben Stunde am Startplatz Mitte. Unsere fleißigen Helfer bauen schon die Winde auf und schleppen die ersten Freiflieger des Tages in den fast ungetrübt blauen Himmel (lediglich ein paar hohe Cirren stören den Eindruck).

Viele Grüße vom Team Neuseenland aus dem Alten Lager!

PS: Man munkelt, es soll heute nach Brandenburg gehen...

 

04.08.2010 | 22.58 Uhr

Puuhh, was für ein Tag! Unser Torsten als Wetterchef vor Ort behielt entgegen seines Mottos: "Wer einmal lügt, ist noch lange kein Meteorologe." recht mit dem 15-20 km/h-SW, der ein Vorhalten 90° zum Wind sehr schwer machte. Entsprechend mager fielen die Ergebnisse des 2. Tasks aus: klick.

Torsten brieft

Torsten hat das Sagen

 

Fast alle Piloten benötigten heute mehrere Versuche, bastelten sich in ihrer Not gar mit knappen 300 m über Waldstücke hinweg. Der Tagessieger Ralf Kopp erflog 74,96 Wertungskilometer - bei diesen Bedingungen eine umso beeindruckendere Leistung. Wir Leipziger sammelten uns mehrheitlich um Jüterbog im Bereich der noch ein paar Punkte bringenden Minimumdistanz; und Thomas landete mit seinen 33,29 Wertungskilometern gar in den Top 10 (Platz 8). Da geht noch was...

Windenstart

Es geht hoch

Warten auf die Abholer

Vereint am Fläming-Skate. Ohne Skater, dafür mit vielen Skaterinnen

Sunset

Sunset am dritten Tag

 

04.08.2010 | 10.31 Uhr

Die heutige Aufgabe steht: Es geht über 91 km und einen Wendepunkt immer entlang des Berliner Luftraums erst nach Brand zur Ex-Cargo-Lifter-Halle (heute Tropical Island) und danach weiter nach Beeskow zum Bahnhof. Der Höhenwind dürfte heute den Ausschlag geben. Langsame Schirme, die weniger erfolgreich vorhalten können, werden mit der Luftraumgrenze sicher keine Freundschaft schließen...

...drückt uns (Frank, Thomas, Torsten, Sven, Christian) die Daumen. Dankeschön.

Thomas brieft den Task

Thomas zeigt wo's langgeht

Task 2 am dritten Tag

Die Aufgabe

Die Aufgabe des dritten Tages

Die Luftansichten der Zielpunkte

Unser Australier im Lager

Höchste Konzentration, bloß keine falschen Punkte eintippen

04.08.2010 | 9.28 Uhr

Guten Morgen. In 2 Minuten ist Briefing, danach Helferschlepps bis circa 11 Uhr und danach voraussichtliche Öffnung des Tasks. Nachher wissen wir mehr.

Janka in froher Erwartung

Aufwachen!

 

 


 

03.08.2010 | 23.34 Uhr

Yo, ans Seil wollte dann doch niemand mehr, dabei hätte Robert Bernat seinen neu (heute in 4 h) eingeleinten U4 gleich probefliegen können. Gleiches Thema: Wir sind froher Erwartung was den morgigen Tag anbelangt - mal schauen. Schleppbetrieb ist ab 8 Uhr in der Früh angesetzt. Da sage keiner, Flieger wären Langschläfer. In diesem Sinne: Gute Nacht.

Neue Leinen

 

03.08.2010 | 18.17 Uhr

Die Wellnessfreunde sind alle wieder im Lager eingetroffen - mit blauem Himmel im Schlepptau. Unser Verein okkupiert jetzt fast das halbe Zelt vor dem Fliegerbunker. Aber keine Angst, die Truppen werden wieder friedlich von dannen ziehen :-).

Gibts hier Nachfrage nach Helferschlepps? Ich kann euch nicht hören...

Das  Helferteam der Flatlands 2010

03.08.2010 | 12 Uhr

Die Admins sitzen im Flugvorbereitungsraum und laden mit 56k-Speed ein paar Bilder hoch. Währenddessen schwärmt ein Teil der Piloten in die umliegenden Thermen aus, um die Vorzüge von hoher Luftfeuchtigkeit, gepaart mit hohen Temperaturen, zu geniessen.

Nachher gibt es Reis zum Mittag und am Nachmittag hoffentlich die ersten Schlepps.

Dicke Wolken

03.08.2010 | 09.30 Uhr

Heute werden wieder Schirme gebraucht, aber Regenschirme. Die ganze Nacht Nässe von oben, das Frühstück halbwegs trocken, dann jedoch pünktlich zum Briefing wieder Regen.

Es gibt keinen Task, nur die Hoffnung, daß am Nachmittag ein wenig freies Fliegen möglich ist.

 


 

02.08.2010 | Irgendwann abends

Beim zweiten Briefing wurde bekanntgegeben, dass 14 Uhr ein Task gestartet wird. 41 km im Dreieck, mit den Wendepunkten Markendorf und Flugplatz Reinsdorf.

Staaaaaaaart!

Ins Ziel kam heute keiner, Hans Bausenwein stand 4 km vor dem Goal am Boden. Zwischenzeitlich (während des Tasks) sah es im Osten nach Regen aus einer großen schwarzen Wand aus - dieser blieb aber glücklicherweise mitsamt des Kaltluftausflusses nur eine Befürchtung.

Fazit: Wir haben uns warmgeflogen, sind vollgefuttert vom ersten Pilzmahl der Saison (eine Pfanne Parasol bitte - special thanks an den Vereinsmykologen Frank) und sehen dem verregneten Dienstag entspannt entgegen.

Startzwerge

02.08.2010 | 11.53 Uhr

Ich sitze im Flugvorbereitungsraum in Altes Lager und warte auf das zweite Briefing. Zweites Briefing deshalb, weil uns das Wetter zu Beginn dieser Woche noch etwas an der Nase herumführt, nicht ganz genau seine Pläne preisgeben mag.

Wir werden heute höchstwahrscheinlich keinen Task bekommen, wohl aber die Abläufe an den Startplätzen checken und bei Mängeln Abhilfe schaffen können.

 

German Flatlands 2010 Task 1 - Hot Spot Altes Lager from the coach on Vimeo.

 

Wo Kalle zu seinem Namen kam...

PostAuthorIcon Author: Tobias | PDF Drucken
Rennstrecke Böhlen

Sonntag, 18.07.2010 - bei mir zu Hause

Heute habe ich endlich meinen letzten Nachtdienst und dann zwei Tage frei. Schade nur, dass Thomas montags immer seinen Ruhetag einlegt. Aber für Dienstag könnte ich mich ja schon mal für's Fliegen anmelden.

Sonntag, 18.07.2010 -
irgendwo im weltweiten Netz

Genauer auf www.klink-dich-aus.de --> Online Helmreihe...
Dort lese ich ein wenig überrascht...

[...] "Montag, 19.07.2010 von 13.00 bis 21.00 Uhr Flugbetrieb geplant, Flugplatz Boehlen"
Aha! Wieso jetzt das? Ein paar Klicks weiter...

Segelflugwetterbericht fuer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thueringen,
ausgegeben von der Luftfahrtberatungszentrale Suedost
am Sonntag, dem 18.07.10, 19 Uhr,
gueltig fuer Montag, den 19.07.10

Schlagzeile:
Gute bis sehr gute Cumulusthermik


Noch ein paar Klicks...
Thermikprognose: Bis zum späten Nachmittag bis 2,4 m Steigen und Basishöhen um die 1800 m, wenig Wind aus Ost

Gut! Also früh schnell Dienstübergabe und nach dem Nachtdienst nicht noch lange quatschen sondern schnell nach Hause und noch ein paar Stunden Schlaf tanken, dann ab zum Flugplatz bei Böhlen.

Montag, 19.07.2010 - Flugplatz Böhlen

Etwa 13.30 Uhr komme ich am Flugplatz an. Philipp erkenn ich am Schirm, der verschwindet gerade in Richtung Wolkenbasis. Schnell allen einen guten Tag gewünscht und dann den Schirm aus dem Auto geholt und startklar gemacht. Noch ein bissel Wasser in den Trinksack und schon kann es los gehen. Schöner Start und anschließend ein ruhiger Schlepp. Kein gutes Gefühl was das Wegkommen betrifft. Nach dem Klinken mäßiges Sinken, welches stellenweise von stärkerem Sinken abgelöst wird. Doch nach etwa 5 Minuten hat das Ganze ein jähes Ende. Ich stehe wieder am Boden! Mist...

Torsten möchte auch mal einen Versuch starten und braucht eine Ablösung auf der Winde. Die nächsten Schlepps beobachte ich aus der Position des Windenfahrers, werde aber auch ziemlich schnell wieder abgelöst. Keiner kommt weg, nur Andreas hängt circa eine halbe Stunde über dem Platz. Mal wieder typisch für die A-Schein-Schüler...

15.50 Uhr - Seil anziehen! Ich stehe wieder am Startplatz und schwitze im Overall. Langsam strafft sich das Schleppseil und es erfolgt wieder ein sauberer Start. Im Schlepp dann gleich das erste Hammersteigen, ist mir aber mit 100 m noch zu tief um zu klinken. Also bleib ich am Seil. Dann der nächste Bart mit etwa 6 m/s Steigen am Seil. Bei so 300 m über Grund traue ich mir auch zu klinken. Leider hängt der Schirm ziemlich weit hinter mir und so versuche ich dem Windenfahrer durch Beingrätschen Zeichen zu geben. Dauert aber ein wenig bis Thomas das erkennen kann und so klinke ich kurz hinter dem Bart und werde auch gleich mit dem "Bösen Ton" aus dem Vario belohnt, welcher Sinken über 2,5 m/s anzeigt. Ich drehe nach links ab, in die Richtung aus der die Ablösung vermutlich kommt, und fliege die Schleppstrecke ein Stück zurück. Dann meldet sich das Vario auch wieder, diesmal mit dem "Guten Ton" wenn auch zunächst nur zögerlich. Aber im Flachland heißt es nun mal Geduld haben und auch 0,5 m/s Steigen mitnehmen. Langsam geht es nach oben und in Richtung Zwenkau. Über der Brückenbaustelle der B2 ist es dann an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Weiterkämpfen und damit weiter in Richtung Zwenkau versetzt werden, oder die Höhe nutzen um sicher zum Startplatz zurück zu kommen. Ich entscheide mich für das Weiterkämpfen und nehme bewusst in Kauf, auch in Kürze wieder am Boden zu stehen und 2 oder 3 Kilometer zurück laufen zu müssen.

Entscheidung getroffen; also weiter! So etwa 500 m unter mir fährt ein Radlader über die Baustelle und der aufgewirbelte Staub formiert sich doch prompt zu einem Dustdevil. Nichts wie da hin, um dann hoffentlich weiter nach oben zu kommen. Ich fliege in die aufsteigende Luft ein und ziemlich holprig geht es weiter. Aber so richtig durchziehen will es hier auch nicht. Kalle über mir legt mal das eine und dann auch das andere Ohr an, hält aber brav die Höhe und steigt sogar ein wenig. Endlich ist mir auch ein guter Name für meinen Schirm eingefallen! Sicher will er nur den noch am Platz bereits startfertig auf der Wiese liegenden Schirmen winken. Oder ist das seine Art mir zuzuzwinkern? Rechts neben der B2 liegt das Gewerbegebiet von Zwenkau mit einigen verlockend aussehenden Hallen. Dort fliege ich als nächstes hin und es gelingt mir wieder, mich ohne großen Höhenverlust weiter an der B2 entlang zu mogeln. Einer der Bärte riecht stark nach Teer oder Asphalt fällt mir dabei auf, es holpert weiter und Kalle winkt auch weiter mit den Ohren.

Start
Etwas unterhalb der Bildmitte am Waldrand ist der Startplatz

An der Kreuzung neben der Tankstelle hoffe ich dann, endlich bis zur Basis aufdrehen zu können und weiter oben ruhigere Bedingungen vorzufinden. In so etwa 1000 m Höhe verabschiedet sich dann plötzlich meine linke Pobacke nach unten. Ich werfe mich nach rechts, schaue zu Kalle nach oben, um mit ihm zu schimpfen und bin ein wenig überrascht, circa 1/3 des Flügels immer noch eingeklappt zu sehen. Sonst war der immer längst wieder offen bis ich Zeit hatte nach dem Schirm zu sehen. Aber langsam und zuverlässig geht er unter meinem wachsamen Blick wieder auf und hält dabei auch gut die Flugrichtung. Der Bart ist aber weg. Und ich im heftigsten Sinken. Also Beschleuniger durchtreten und weiter zur nächsten Ortschaft. Die heißt Rüssen-Kleinstorkwitz und hat scheinbar ein Herz für Gleitschirmflieger, schickt sie mich doch endlich auf den höchsten Punkt meines Fluges. Bei 2100 m MSL ist die Basis erreicht und ich beschließe, mal ein paar Fotos zu machen und mich ein wenig zu entspannen.

Wenn die ganzen kleinen Menschen da unten doch wüssten, wie gut ich mich gerade fühle!

Segelflieger
Segelflieger im Anflug!

Kaum habe ich die Kamera wieder verstaut, schießt ein Segelflieger heran und beginnt mich zu umkreisen. Also Kamera wieder raus und noch ein paar Bilder nachgelegt. Ganz auf Augenhöhe kommt der Segler dann aber nicht; noch so etwa 50 - 100 m unter mir, zieht er weiter in Richtung Süden. Ich dagegen hänge immer noch unter meiner Wolke und habe auch keine Probleme mich da zu halten. Doch wie nun weiter? Eigentlich heißt es ja, an der Wolke bleiben bis diese zerfällt - aber dieses Exemplar hier scheint sich überhaupt nicht zu bewegen und hier bleiben will ich ja auch nicht.


Mit einer komfortablen Höhe unter dem Hintern verfolge ich also den Segelflieger und setze mir als nächstes Ziel die Stadt Pegau. Pegau hatte ich mir schon vor einiger Zeit als Wendpunkt für ein FAI-Dreieck ausgesucht und so hoffe ich, von hier nach Osten abdrehend, über Groitzsch und Neukieritzsch entlang der B176 Borna zu erreichen. Vor Pegau treffe ich dann wieder auf schönes Steigen, welches aber in Richtung Süden zieht.
Doch kein Dreieck? So richtig entscheidungsfreudig bin ich in dem Punkt nicht und probier immer mal wieder aus, mit welcher Geschwindigkeit ich gegen den Wind vorankomme. So 20 km/h sind mir dann aber doch zu wenig und ich halte weiter Richtung Süd-West achte dabei aber darauf, östlich des Elstertals zu bleiben. In dem feuchten Flussgebiet erwartet mich sicher nur Saufen, so meine Vermutung.

Luftbild
Wo nur hin? So viel Platz...

So richtig in der Gegend auskennen, welche ich mittlerweile überfliege, ist auch nicht. Irgendwann taucht eine größere Stadt am Horizont auf und da bin ich mir sicher, dass es sich um Zeitz handelt. Nächstes Ziel also Zeitz und nicht unter 1000 sonst wird es wieder so holprig...

Der Plan geht richtig gut auf. Nie komme ich unter die 1000 und bin zwischendurch auch mal wieder an der Basis ohne dafür lange nach einer Thermik suchen zu müssen. Ich nehme einfach mit, was so auf dem Weg liegt und das Leben ist im Moment für mich einfach nur schön! Am Stadtrand von Zeitz eine Gartensparte, über der ich wie erwartet auch wieder gutes Steigen finde. Irgendwie will es mir aber nicht gelingen dieses bis zur Basis auszukurbeln. Ich falle luvseitig heraus und finde es dann nicht wieder. Irgendwie schwächelt die Konzentration wohl so langsam, bin ich doch mittlerweile über 1,5 Stunden in der Luft.

Neuer Plan, das Krankenhaus mit dem Parkplatz davor und dahinter, ein Stück entfernt, ein paar Windräder als Alternative. Mit 3 m/s Sinken geht es zum Krankenhaus. Aber hier zuckt sich leider nichts. Also ohne langes Rumprobieren weiter zu den Windrädern. Die funktionieren wie erwartet aber es zieht nicht so richtig durch. Kenne ich ja schon! Für cirka 400 m Höhe brauche ich etwa 15 Minuten. Was ist denn nur auf einmal los? Ein Blick auf die Uhrzeit zeigt dann eine mögliche Lösung auf. Nach 18.00 Uhr! Ich denke mal, es liegt einfach an der späten Zeit und dem zu erwartenden Ende der Thermik. Also konsequentes Rückenwindfliegen und noch ein paar Kilometer für die Wertung machen.

Ein paar kleinere Orte liegen noch in erreichbarer Entfernung, bringen aber auch kein Steigen mehr. Meine Flugrichtung geht nun direkt in das Elstertal. Über der Ortschaft Ossig gelingt es mir dann noch mal, knapp 80 m Höhe zu gewinnen, bevor scheinbar endgültig Schluss sein und das finale Abgleiten mit gleichzeitiger Suche nach einer schönen Landestelle beginnen sollte. Diese find ich auch bald und gleite so nicht ganz bis zu den Ufern der Elster. Schließlich möchte ich den Berg ja nicht wieder hoch laufen.

Bei fehlendem Wind am Boden und reichlich Platz erspare ich mir eine großzügige Landeeinteilung und so stehe ich nach 2:20 h in der Luft wieder am Boden - allerdings nur kurz. Denn just aus dem Gurtzeug geschlüpft folgt sogleich ein Luftsprung. Wat mut, dat mut...

Landung
Kalle auf der Wiese


Und was kommt jetzt noch? Zunächst Kalle in den Sack packen, das Handy einschalten und mit dem eingebauten Navi mal genau bestimmen wo ich eigentlich bin. Ah, der Christian hat versucht mich anzurufen, sehe ich bei der Gelegenheit. Ich ruf zurück und kann mich über ein Abhol-Angebot freuen. Er sammelt gerade Thomas in der Nähe von Pegau ein. Danach kommen die beiden zu mir nach Dietendorf und holen mich hier ab. Anschließend geht es mit dem Rückholtrupp noch nach Freyburg, um Torsten den Tagesbesten einzusammeln...

Rückholer
Alle eingesammelt!

Die Flugdaten:

Startplatz: Böhlen
Datum: 19.07.2010
Start: 15.54 Uhr Landung: 18.14 Uhr
größte Höhe: 2084 m MSL Höhenzugewinn gesamt: 5362 m
XC-Strecke: 38,2 km XC-Wertung: 57,34 Punkte Freier Flug

 

 

Erster Hammertag 2010

PostAuthorIcon Author: Christian Müller | PDF Drucken
XC in Thüringen

Unser vereinseigener Meteorologe Torsten rief mich am Donnerstag an und machte auf die gute Wetterlage des nächsten Tages aufmerksam.

2-4 m/sec aus SO-S, Zwischenhocheinfluss, labile Luft, ein perfekter Gradient und kaum Höhenwind wären ideal für einen Besuch am Jenzig Süd.
Gesagt, getan. Gegen 12 Uhr starten wir am Karfreitag von Leipzig aus in die Universitätsstadt an der Saale, im Gepäck neben den Schirmen und der Tagesverpflegung auch eine durchaus hohe Erwartungshaltung.

RASP_Karfreitag
Die ersten zwei Schirme heben bei unserem Eintreffen am Parkplatz bereits ab, haben aber noch arg zu kämpfen und landen zwischen. Wir sind also pünktlich :-).
Mit geschulterten Flugzeugen geht es durch bilderbuchhafte Xerothermrasenvegetation die 180 Höhenmeter hinauf zum Startplatz. Der aktive Kern des Jenaer Clubs ist bereits startklar, muss sich jedoch heute in Geduld üben, denn die thermischen Ablösungen kommen noch nicht zuverlässig.

Warten

Wer es aber geschafft hat, direkt in einen Bart hinein zu starten, befindet sich - wie heute der Erfurter Christian als erster - schnell an der Wolke und kann mit dem Kilometerfressen beginnen. Eine tolle Show für die zahlreichen interessierten Wanderer, denen unter anderen auch ich eine Kurzeinweisung in unseren faszinierenden Sport (nein, es ist mehr!) geben durfte.

Schwierig, schwierig. Zum Soaren reicht der Wind nicht und wer glaubt, dass es doch ginge, steht 5 Minuten später am Landeplatz. Also in Geduld üben, die Phasen zwischen den Thermiken erkennen, nochmal Pinkeln gehen, langsam fertig machen.
Torsten macht seinen ersten Flug des Tages bis zum östlichen Ende des Jenzig, muss dort aber leider feststellen, dass der Hausbart im Osterurlaub ist. Egal, airtime ist airtime und der Aufstieg dauert ja nicht so lang wie in den Alpen.

Mittlerweile ist es 16.30 Uhr geworden, Torsten und Alex sind am Startplatz eingetroffen, ich stehe/liege schon seit über einer Stunde startklar am Hang und beobachte, bereits leicht resignierend, die Absaufer der anderen. Immer wieder ziehen teils heftige Ablösungen durch, die ein Starten nur in der Anfangsphase zulassen, und der Wind hat einen bedrohlichen Westanteil bekommen. Okay, ich rappel mich aus meinem Standby-Modus auf und entscheide, die nächste Phase zu nutzen. Und wenn es nur ein Abgleiter wird, ist's auch okay. Hauptsache, nicht runterlaufen!

Der Windsack strafft sich, es beginnt zu fauchen, keine Sekunde verlieren, aufziehen, ausdrehen, raus.
Yippiieeehh!!! Wir sind im Fahrstuhl zu den Wolken! Wir? Bob, Stephan, Torsten und ich haben den gleichen Lift gewählt und ziehen - gemeinsam kreisend - der Basis entgegen. Eine halbe Stunde vergeht, dann treffen wir uns auf 2456 m NN bei eiskalten minus 10 Grad und einer Fernsicht, die ... unbeschreiblich schön ist, wieder. "Unser" Lippendorfer Kraftwerk scheint zum Greifen nahe (60 km Luftlinie), Jena liegt ganz klein zu unseren Füßen, man kann die Dornburger Schlösser sehen, Ortschaften wie im Miniaturwunderland liegen verstreut in der Landschaft ... und Torstens Kamera macht von all dem leider keine Fotos, da sie den Kälteschock wohl nicht verkraftet und sich in den Winterschlaf verabschiedet hat. Die Fotos werden dann (hoffentlich bald) mit meiner neuen Kamera bei einem weiteren Flug nachgereicht ;-)).

Jenzig von oben

Was macht man nun mit soviel Höhe unter dem Allerwertesten? Auf freie Strecke gehen ist eine Möglichkeit, ein Dreieck fliegen die andere. Da meine Erwartungen schon übererfüllt wurden - ja, ich habe dort oben mehrfach laut gejubelt - entscheide ich mich für Option 2. Nicht zuletzt, weil auch das Auto unten steht. Torsten kann ich noch ein paarmal sehen, bereits mit Kurs Richtung Lippendorf, bevor er aus meinem Gesichtsfeld endgültig verschwindet. Guten Flug!

Meine kleine Runde um den Feldherrenhügel zeichnet ein nettes FAI in die Landschaft, das heute nicht unbedingt hätte größer sein müssen, da die Finger bereits ziemlich klamm sind. Von Osten kommend, wird der Jenzig erstmalig abgeflogen und schließlich Kurs Richtung Landeplatz gehalten. Alex ist schon am Zusammenpacken, als ich 17.41 Uhr wieder festen Boden unter den Füßen habe.

Kurze Zeit später ruft ein hörbar frierender Torsten an und gibt mir seinen Standort durch. Er hat es bis zur Autobahn bei Osterfeld geschafft. Glückwunsch! Im Sonnenuntergang mache ich mich auf den Heimweg und lade unseren Streckenflieger an der A9-Abfahrt "Droyßig" ins warme Auto.

Ein perfekter Tag geht zu Ende. Das war er übrigens auch in Torgau-Beilrode, wo heute fleißig der fliegerische Nachwuchs erste Thermikerfahrungen schnuppern durfte.

Die Temps des Tages:

 

My first competition flight

PostAuthorIcon Author: Hartmut Schmidt
Australien 2009

Ich bin nun schon seit einigen Tagen in Australien und hier nun ein kleiner Überblick, wie ich das fliegen Down Under  bisher erlebt habe. Kaum mit dem Flieger in Brisbane angekommen ging es vom Flughafen aus gleich weiter mit dem Zug nach Nerang wo ich von einem Flieger-Kollegen abgeholt und nach Canungra gebracht wurde. Abends ging es dann gleich zum gemeinsamen „all you can eat” Pizza essen. Am folgenden Dienstag sollte es auch gleich los gehen. Das Briefing war zunächst für 8:30 Uhr im Cafe Metz angesetzt, wurde dann allerdings stundenweise verschoben bis schließlich um 12 Uhr die Task für den Tag endgültig gecancelled wurde oder wie die Aussies sagen ”Task is canned”. Uff! Das war ein Wechselbad der Gefühle. Ich war richtig froh, dass ich am ersten Tag nicht gleich fliegen „musste”. Am Mittwoch ging es dann genau so weiter, alle wurden schon richtig ungeduldig und der Lagerkoller begann um sich zu greifen. Dann endlich am Mittwoch war das Wetter vielversprechend und so verbesserte sich auch die Stimmung. Beim Briefing um 8:30 Uhr wurde zu meiner Überraschung allerdings nur die Abfahrtszeit der Busse bekannt gegeben. Noch nicht einmal zu welchem der 4 möglichen Startplätze wir fahren würden haben die beiden Organisatoren verraten. Na dann nichts wie los, Gleitschirm in den Anhänger und ab in den Bus. Nach 20 min. halten wir an und ich versuche erstmal herauszufinden wo wir denn nun eigentlich sind - Bechmont - aha! Sagt mir sowieso nicht viel aber mein GPS wird sich doch hoffentlich schon auskennen. Versuche erstmal einen professionellen Eindruck zu hinterlassen und ziemlich genau das zu tun, was die anderen Piloten auch tun. Auspacken, Schirm auslegen, einhängen und dann natürlich noch mindestens 3x auf die Toilette bevor es los geht.

briefing

Für 9:45 Uhr ist jetzt, wie ich erfahre das eigentliche Briefing angesetzt. Mit dem GPS bewaffnet stelle ich mich zu den anderen und blicke ganz gebannt auf das Task Board. Mein einziger Gedanke ist, hoffentlich schaffe ich es die Wendepunkte auch einzugeben und richtig super wäre es, wenn die Reihenfolge auch noch richtig wäre. Kaum ist das Task Board enthüllt und das Geheimnis gelüftet piepst es auch schon wie wild um mich herum. Jeder hackt wie wild die Wendepunkte bzw. das Ziel in sein GPS. Na dann mal los. Zu meinem Glück ist heute erst einmal nur der Start und das Ziel einzugeben und so zeigt sich zu meiner Freude auch im Karten Modus eine Linie. Schnell nochmal links und rechts gespickt ob die Richtung meiner Linie mit der der anderen auch übereinstimmt - yes!

Taskboard

Jetzt nichts wie zurück und ab ins Gurtzeug, Helm auf und in der Reihe anstellen. Vor dem offiziellen Start bei welchem man nach einer vorher festgelegten Reihenfolge starten muß (wäre ganz am Ende dran gewesen), gibt es ein 10 minütiges „open window” wobei alle die sich angestellt haben in dieser Reihenfolge starten dürfen sofern dieses in den vorgesehenen 10 Minuten erfolgt. Ich hatte einen Tip bekommen und mich natürlich auch gleich angestellt. Jetzt bitte keinen Blödsinn machen und nur nicht mit dem Schirm am Startplatz herumeiern. Nichts wie raus! Airborn, das hat schon mal geklappt und jetzt nur nicht gleich absaufen und im „bomb out” landen. Aber hallo, es geht zum Glück aufwärts und da schon einen ganze Menge Gleitschirme in der Luft sind fliege ich zunächst mal immer dorthin wo es gerade hoch geht. Das fühlt sich gut an mit 70 anderen Piloten in der Thermik zu kreisen. Zu meiner Überraschung kreisen alle ganz brav in der vorher festgelegten Richtung.

Start

Dann teilt sich das Feld plötzlich und die erste Gruppe fliegt in Richtung Norden. Ich bleibe erstmal wo ich bin und kreise weiter, bis sich wieder eine Gruppe löst, diesmal in westlicher Richtung. Ich hinter her. Da die meisten Schirme etwas schneller unterwegs sind, habe ich so meine Mühe mitzuhalten aber es hat den Vorteil, dass ich die Jungs vor mir sehe und damit auch wer steigen bzw. saufen hat. So überquere ich dann 2 Täler bis ich am Mt. Mohammed ziemlich tief ankomme. Habe mich schon fast damit abgefunden zu landen, da geht es doch nochmal am Berg entlang etwas hoch. Zu dem Zeitpunkt sind noch 2 Schirme in meiner Nähe, die sich aber für unterschiedliche Routen entscheiden. Ich fliege dann dem Bergrücken entlang die etwas südlichere Route und überquere anschließend nicht besonders hoch den Bergrücken worauf hin ich gleich mit einigen Klappern bestraft werde und sehr schnell an Höhe verliere. In einiger Entfernung sehe ich eine Farm - ob ich es bis dorthin wohl noch schaffe? Zum Glück wird die Luft wieder etwas stabiler und so rette ich mich bis zur Farm und da ist auch zufällig eine wunderbar freie Wiese daneben. Ich will runter und mache mich zum Landen bereit, da will mein Schirm doch plötzlich wieder rauf. Mir reicht es jetzt aber tatsächlich und so einigen wir uns schließlich doch darauf zu landen. Kaum bin ich am Boden und habe meinen Schirm zusammengerafft nähert sich eine Armada von ca. 15 Kühen und folgt mir ganz neugierig mit geringem Abstand auf Schritt und Tritt bis ich in aller Eile samt Schirm über den Zaun geklettert bin. Nach dem ich alles ordentlich verpackt habe bekomme ich Besuch von der Farm und das nette Angebot bis zur nächsten größeren Straße mitgenommen zu werden. Dort angekommen setzte ich ganz brav meine SMS in Richtung „headquater” ab - „pilot 73 S28*04.997E152*56.079 safe and need retrieve” um dann gleich über den vereinbarten Kanal 21 den „retrieve” Bus anzufunken. Das klappt dann auch ganz prima und keine 10 min. später sitze ich mit einigen anderen Piloten im Bus die anscheinend auch ganz in der Nähe gelandet sind und es geht zurück nach Canungra.

Landung

 

 

 

Alpensafari 2009

PostAuthorIcon Author: Christian Müller | PDF Drucken
Alpensafari 2009

Endlich wieder in den Bergen


Die letzte Woche im September haben wir uns seit 3 Jahren fest zum Fliegen in den Dolomiten reserviert. Dabei hat sich mein Rennrad neben dem Gleitschirm einen gleichberechtigten Platz im Gepäck ergattern können - sicher manchmal zum Leidwesen der anderen :-)

Dank positiver Wetterprognose für die Nordalpen steuerten wir am vergangenen Sonntag (20.09.09) zu sechst im Ford Transit von Knut (www.undab-gehts.de) als erstes Ziel die Hochries bei Rosenheim an. Den Nudlbichl (ein Bauernhof) in Grainbach kenne ich dank Thomas Post seit nunmehr 5 Jahren als Standardquartier für die Leipziger Flieger im tiefsten Oberbayern. Friedbert hatte passenderweise noch eine Ferienwohnung für 6 Personen frei - man muss eben nicht alles schon vorher planen.

Zwei Leutchen sind an diesem Tag noch geflogen und konnten die Luft zusammen mit Hans Bausenwein teilen. Der hatte sich eine nette Parkposition zwischen Gipfel und Nudlbichl gesucht und genoss sichtlich den Blick in Richtung Chiemsee. Ich hingegen hab mich auf's Rad gesetzt und bin nach Prien an den Chiemsee gefahren. Das Abendbrot musste standesgemäß im "Maurer" verzehrt werden. Sonntagabend, 8 Leute im Lokal (uns eingeschlossen), 21 Uhr Küchenschluss, ein Kräuter auf's Haus; da ist die weiß-blaue Welt noch in Ordnung.

Wegen sich hartnäckig bis zum Mittag haltenden Wolken am Hausberg haben wir uns am nächsten Tag entschlossen, ein weiter inneralpin gelegenes Fluggebiet anzusteuern: Kössen.

Circa 50 km Fahrstrecke, nette Cumuli, nette Bahnpreise, Basis auf Gipfelhöhe und Wind zum Soaren (für Dohlen). Meinen Premierenstart in diesem Revier vermassle ich gleich. Man muss doch eigentlich keine Angst haben, wenn 3 Schritte nach dem Aufziehen der Abgrund beginnt...
Der zweite Start klappt gut und was folgt sind 80 Minuten Sightseeing in Hangnähe zusammen mit den anderen Jungs vom Verein.
Thomas P. gelingt der erste Takeoff am relativ kleinen Oststart perfekt. Stephan, Knut und Thomas W. legten direkt auf der großen Wiese mit Startrichtung NO aus und kamen auch gut in die Luft.

Jeder versucht der höchste zu sein, den besten Bart auszugraben, sich am längsten in der Luft zu halten. Mit zunehmender airtime werden die Bewegungen von Schirm und Pilot fließender, effektiver, insgesamt entspannter.

Noch am Abend bekam ich eine SMS, dass das Wetter in den Dolos wohl bis zum Donnerstag richtig gut aussähe. Damit war unsere Entscheidung gefallen und am nächsten Vormittag der Bus schnell wieder vollgepackt mit allerlei Kram (okay, hauptsächlich mit meinem Kram).
Über die A12 passieren wir Kufstein, Wörgl, Innsbruck und schließlich das Einfallstour der Germanen in den Süden: den Brenner. An der chiusa Klausen verlassen wir den von unverzinkten Leitplanken gesäumten Pfad, um in die Bergwelt des Grödnertals zu entfliehen.
St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein bleiben am Wegesrand zurück, während sich vor uns das beeindruckende Panorama des Sella-Stocks öffnet. Thomas P. war unser Dolomiten-Frischling und sogar für ein paar Minuten geplättet von diesen tollen Bergen... Über den Sella-Pass auf 2240 m NN windet sich die enge Straße wieder hinab ins Tal nach Canazei.

Benvenuti a Val di Fassa


Just zur Mittagspause der Bergbahn in Campitello di Fassa treffen wir am Parkplatz ein. Ärgerlich zum einen, zum anderen aber auch praktisch. Nämlich um gleich eine Unterkunft zu suchen. Der Campingplatz "Miravalle Camping" befindet sich 400 Meter Luftlinie von der Talstation der Seilbahn entfernt und sollte für die nächsten Tage unser Domizil werden.

Wieder zurück an der Bahn, beginnen die Überlegungen: 3-Tages-Panorama-Pass oder 6-Tages-Panorama-Pass? Die Entscheidungen fallen fifty-fifty aus.
Mein Wiedersehen mit dem Col Rodella verläuft nicht ganz so beglückend:
42 Minuten ein bissl Hangkratzen, nicht den Einstieg in den Hausbart finden. Forget about it!

Der zweite Flug am späten Nachmittag bringt immerhin eine Talquerung und sanftes Soaring am Westhang. Hohe Ziele? Wir doch nicht.
Thomas P. fühlte sich am Col Rodella gleich pudelwohl, zeigte seine Soaringqualitäten und fügte sich perfekt in die Schar der sunset-glider am Westhang oberhalb des Campingplatzes ein.

Am Morgen des 23.09. geht es direkt vom Zelt in den nahen Fluss zur morgendlichen Duscheinheit. Wobei, es war eher ein Vollbad. Die Wassertemperatur ließ gerade einmal eine Querung hinüber zum anderen Ufer (denn danach spürte man seine Füße kaum noch) sowie ein kurzes (!?) Hinlegen zu. Frank und Thomas W. waren mit von der Partie (oder gar die Anstifter?).

Während ich mein Rad zum Sella-Pass ausführte, nahmen die anderen bereits die Bahn zum Startplatz. Es war ein Tag für große Taten, aber seht selbst: klick.

13.24 Uhr starte ich als letzter der Gruppe vom Südstart unterhalb des Col Rodella und bereits 6 Minuten später zieht der Hausbart an die Basis auf 3100 m NN. Wuuuuuhhhhuuuuuuuuu!!!

Marmolada, ich komme! Oder auch nicht.


Die Querung hinüber zum Belvedere mit Thermikanschluss ist keine Meisterleistung. Das wahre Können zeigt sich erst beim Weiterflug zum NW-Grat der Marmolada. Von hier gilt es, sich an diesen nackten Felswänden emporzukreisen und bis zum Gipfel vorzuarbeiten. Vielen gelang es. Mir nicht. Ob jetzt die Angst überwog, in diesem unwirtlichen Gelände notlanden zu müssen, oder einfach die Freude darüber, überhaupt hierher - mit erstmaligem Blick auf die 1000 m hohe Südflanke der Marmolada - zu gelangen; ich kann es nicht genau sagen.

Der Plan für den weiteren Flug sah eine Rückkehr zum Belvedere vor mit anschließendem Einstieg in den Hausbart. Nur dumm, wenn man auf der Südseite unterhalb des Gipfelniveaus ankommt. Mir blieb nichts anderes übrig, als nach SW abzubiegen und den Kamm zu umfliegen. Der Thermikanschluss auf der Westseite gelang mir nicht mehr, so dass ich meinen Plan, den Sella-Stock zu besuchen, leider aufgeben musste. Wenngleich nicht alles geklappt hat so war ich doch zufrieden über die sichere Rückkehr zum Landeplatz.

Die Gespräche am Abend waren allesamt schwärmerisch. Auszüge: "Über dem Langkofel gewesen." "Es ging überall hoch". "Ich stieg noch mit angelegten Ohren". "Ich war am Rosengarten". "Über den Sellastock, wieder zurück zum Col Rodella und nochmal das Ganze."
An Testosteron gab es neben dem Vino rosso wahrlich keinen Mangel!

Zwei Pässe und ein verwandelter Elfmeter


Am nächsten Morgen ging es für uns drei wieder in den Fluss. Kann mir jemand verraten, warum Menschen ein Seilbahnticket für den Sass Pordoi kaufen, wenn der Gipfel in einer dicken Wolke hängt? Die deutschen Touris hätte ich fragen sollen. Ja, die Wolken waren heute leider in größerer Zahl vertreten als dies noch am Vortag der Fall gewesen war. Nach der Rückkehr von der Sella fuhr ich dennoch hinauf zum Startplatz, weil mich diese bunte Traube in der Luft irgendwie magisch anzog. Thomas P. war bereits seit über einer Stunde soarend unterwegs auf gleichem Höhenniveau vor dem Col Rodella-Süd-Startplatz. Ich startete 14.02 Uhr vor Frank und versuchte meine Flugberechtigung gegen die anderen 40 Piloten durchzusetzen. Heftig, heftig, man ist nur am schauen gewesen, wer was macht und wer woher kommt oder wohin fliegt. An der Westseite des Col Rodella bildete sich ein Zylinder mit Schirmen - ähnlich dem Schwimmbild von Maränen. 14.33 Uhr hatte ich schließlich den Zylinderriegel geknackt und konnte bis zur Spitze des Rodellas aufsoaren. Aber dann: Frank flog in Richtung Langkofel, welcher ab circa der halben Höhe in den Wolken steckte. Piep, piep, piep - im Geradeausflug entlang einer Geländerippe. Was für ein Gefühl!

Gemeinsam tauchten wir in die Wolke ein, hielten Funkkontakt, "spazierten" an der Felswand entlang, machten wieder Höhe ... und schauten hinunter zu den anderen, die da 400 Meter tiefer weiterhin am Startplatz soarten. Unbeschreiblich. Links und über einem die Wolke, rechts der freie Blick ins Tal. Und eine volle Blase. Damn, sowas aber auch. Meine ganze Konzentration ging flöten und nach 1:24 h gab ich dem Druck am Landeplatz nach. Thomas P. war der wahre Airtime-Champ des Tages: 2:42 h!!!!!!

Safari ohne wilde Tiere


Ein neuer Tag. Nach dem morgendlichen Wettercheck beschlossen wir, das Fluggebiet Seceda zu besichtigen, da im Tagesverlauf Regen an unserem "Hausberg" angekündigt wurde. Gesagt getan, einmal über den Sella-Pass rüber und dann weiter bis St. Ulrich. Hier startet die Seilbahn hinauf zu oben genanntem Fluggebiet. In Oliver Guenays Buch "Die schönsten Fluggebiete der Alpen" wird mehrfach ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Greenhorns hier nichts verloren haben. Einmal wegen des schwer landbaren Terrains, aber auch wegen der Flugbedingungen an diesem nackten Felsriesen. Keiner wollte den ersten Lemming machen (die Luft war außerdem frei von Schirmen) und nach 30 Minuten war der Gipfel in den Wolken. Alles richtig gemacht!
Weiter gings zum Gitschberg. Wunderschön sich aufbauende Altocumulus castellanus, ein 20er Gipfelwind und ein komisches Bauchgefühl waren die objektiven und subjektiven Begleiter beim Warten auf der Holzbank am Hanglandeplatz. Nee, das muss nicht sein.

Was lernt man aus so einem Tag? Ich habe ein weiteres Mal gelernt, dass wir uns in die Natur einfügen und ihre Zeichen interpretieren lernen müssen. Aus dem Wissen, nichts erzwingen zu können, erwächst eine tiefe innere Ruhe.
Auf dem Rückweg zum Zeltplatz befuhren wir eine noch stellenweise nasse Passstraße - das Sightseeing war demnach nicht soo falsch.

Ciao, bella dolomiti!


In der kommenden Nacht regnete und gewitterte es, so dass sich am nächsten Morgen die Basis auf 400 m über dem Landeplatz erhob. Die Prognose für die Folgetage war leider wenig schmeichelhaft, weshalb wir dem Tipp ebenfalls zeltender Flieger vertrauten und unser Heil nördlich des Alpenhauptkamms suchten. Thomas W. war bereits mit Bekannten aus Bassano im Gespräch und erhielt die entscheidenden Informationen. Die Fliegerwelt ist eben klein.
Unsere 6-Tages-Panorama-Pässe bereiteten ein paar neu angereisten Piloten hoffentlich einen schönen Flugsonntag.

Wir erreichten den Achensee am Nachmittag des vergangenen Samstags - zu unserer Freude sogar geschmückt mit bunten Schirmen in der Luft. Am Landeplatz gab uns eine Tandempilotin Auskunft zum Wetter der kommenden Tage: "S bleibt schee". Ab zur Seilbahn!
Der Startplatz am Rofan ist ein wenig tricky. Man benötigt einen relativ klaren Süd, weil zu Beginn der Skipiste abwärts gefolgt wird. Steht der Inntalwind aus Ost an, kann sich eine gefährliche Leesituation herausbilden. Unsere Starts passten alle und es ließen sich sogar noch 26 Minuten Soaring herausholen.
Nach einem tollen Abschlussabendessen und einer geruhsamen letzten Nacht im Zelt ging es am Sonntagmorgen nackt im Achensee baden. Die Wassertemperatur lag dabei im Vergleich zum Bad in den Dolomiten bei 3 statt 1 cm.

Frühstück im Zelt, Zeltabbau, Schirm auf den Rücken und ab zum Startplatz. 800 hm lagen vor mir, keiner wollte mitkommen. Dreimal wurde ich unterwegs gefragt, wie schwer denn die Ausrüstung sei und ob ich vielleicht nicht noch die ein oder andere Jacke tragen wöllte. Schließlich macht die das Kraut dann auch nicht mehr fett. Nö :-). Ich benötige 1:21 h für die 800 hm auf 5,3 km Wegstrecke. Zur Nachahmung unbedingt empfohlen.

Am Startplatz angekommen landet erstmal der Heli ein und transportiert einen beim Start verunfallten Piloten ins Krankenhaus. Leestart am Morgen bringt Kummer und Sorgen! Ich warte noch gemeinsam mit Thomas und Frank bis zum Abgang der ersten Thermiken aus Süd, um dann mein Heil an den südexponierten Felsen zu suchen. 48 Minuten kann ich mich in der Luft halten - erreiche jedoch nur 56 Meter Startüberhöhung. Na ja, zum Adler ist's eben noch ein weiter Weg...

Thomas P. und Frank machen am Abschlusstag zwei Flüge und scheinen am Landeplatz sichtlich erleichtert zu sein, das schwierige Gelände unbeschadet gerockt zu haben. Mit gemischten Gefühlen verließen wir am späteren Nachmittag dann wieder vollzählig den Achensee in Richtung Heimat. Fliegen ist schön und macht süchtig - aber bitte achtet immer auf die Zeichen der Natur und vertraut eurer inneren Stimme!

Einen schönen Herbst wünschen euch Frank, Knut, Stephan, Thomas P., Thomas W. und Christian.

Alle Flüge der Tour finden sich hier: klick.

 
Weitere Beiträge...
  • Piedrahita Tag 16
  • Piedrahita Tag 10
  • Piedrahita Tag 9
  • Piedrahita Tag 8

<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 3

Impressum

Copyright © 2009 Luftsportverein Neuseenland Leipzig e.V.
All Rights Reserved.

Webdesign Tirol designed by pc-didi.