German Flatlands 2010
06.08.2010 | 23.59 Uhr The Party is over - zumindest für die meisten.
Ein Wildschwein musste sein Leben lassen und etliche Biere auch. Mal sehen, ob das Klopfen im Kopf morgen genau so laut ist, wie das Trommel der Schluggies auf der Tischplatte. Am Nachmittag gab es noch ein grosses Gleitwinkel-Vergleichsfliegen - und die U4 haben nicht gewonnen - aber das lag wohl nur am fehlenden Mut, noch kurz vor der Regenfront zu starten. Der Abend blieb dann halbwegs trocken und seit dem Sonnenuntergang ist es durchaus möglich, dass die Promille-Werte die Steigwerte übertreffen. Dies ist nicht nur dem Freibier sondern auch den rockigen Klangkünstlern zu verdanken. So mancher Pilot zeigte den zahlreich vertretenden Fliegerdamen, dass er nicht nur in der Luft ein paar lockere Kreise drehen kann. So, jetzt spiralen wir aber mal ab in die Hängematte und pfeifen dabei die unsterbliche Hymne: "Sweat home Altes Lager, where the sky are so blue..." 06.08.2010 | 13.29 Uhr Die German Flatlands 2010 sind Geschichte. Das Gesamtergebnis: klick.
Glückwunsch, Torsten! --- Heute findet kein Task mehr statt, weil die Wolken zu kompakt sind. Die Siegerehrung gab es schon, einige sind bereits gen Heimat aufgebrochen und der harte Kern baut die Winde für Helferschlepps auf. Heute Abend spielt die Liveband und ein Wildschwein vom Grill sorgt hoffentlich für eine ähnliche Stimmung wie in den Asterix & Obelix-Filmen. Besucher sind herzlich eingeladen!!! Unser Dank gilt allen tatkräftigen Unterstützern des Leipziger XC-Teams im Alten Lager sowie den fleißigen Lesern dieses Blogs! Bis 2011.
Gruppenbild Flatlands 2010
Die Platzierten der LM Ost 2010
Die Platzierten der German Flatlands 2010
Die Orgas Matthias und Willy
06.08.2010 | 09.54 Uhr Guten Morgen aus dem windigen Lager. Der Himmel zeigt sich in fläming-blau (8/8 Bewölkung) und die Piloten hoffen auf einen 4. Task nach dem 5. Briefing in 6 Minuten.
Suchbild
06.08.2010 | 1.34 Uhr Bissl spät geworden heute. Kein Wunder, bei diesen weiten Flügen unserer Jungs! Frank (23,2 km) und Torsten (35,7 km) hatten gestern das beste aus diesem komischem Wetter gemacht und sind jeweils gute Strecken geflogen. Der Himmel schattete nach 13 Uhr komplett ab, so dass ziemlich alle Piloten im Startfenster eine Ehren-Platzrunde drehen durften. Später lugte dann ab und an die Sonne bis zum Erdboden durch, was immer gleich für thermische Ablösungen sorgte. Das Problem: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wie im Leben so beim Fliegen. Am Segelflugplatz Lüsse werden Gleitschirmflieger übrigens im Mercedes-Leppo zur Halle gefahren. Tja, wer hat der kann. Nach erfolgter Rückholung von ihren Flügen fehlte nur noch Christian. Der hatte sich zu Fuß auf den Heimweg gemacht und ist unterwegs (nach einer tollen Stärkung mit Kaffee und Heidelbeerkuchen am Landeplatz in Bardenitz --> vielen lieben Dank an die Gastgeber/Innen von der Hochzeitstag-Kremserfahrt-Combo!) bei diversen Fotomotiven im NSG Forst Zinna hängengeblieben. Jetzt sind alle schon im Bett und träumen bereits von einem möglichen 4. Task.
Briefing zum 3. Task
Da lang?
Frank in Speedboots
On air
Leppo Lüsse. Kein Witz
Ein Hochzeitstag wird gefeiert
Gibts da auch Wölfe?
05.08.2010 | 10.50 Uhr Wir befinden uns hinter eine Okklusion und vor einer Kaltfront, die aktuell von Niedersachsen her ein Regengebiet in unseren Raum befördert. Am Boden weht der Wind mit 15 km/h aus SO - weshalb wir heute den Startplatz wechseln müssen - und in der Höhe mit 20 bis 25 km/h aus S. Taskbriefing ist in einer halben Stunde am Startplatz Mitte. Unsere fleißigen Helfer bauen schon die Winde auf und schleppen die ersten Freiflieger des Tages in den fast ungetrübt blauen Himmel (lediglich ein paar hohe Cirren stören den Eindruck). Viele Grüße vom Team Neuseenland aus dem Alten Lager! PS: Man munkelt, es soll heute nach Brandenburg gehen...
04.08.2010 | 22.58 Uhr Puuhh, was für ein Tag! Unser Torsten als Wetterchef vor Ort behielt entgegen seines Mottos: "Wer einmal lügt, ist noch lange kein Meteorologe." recht mit dem 15-20 km/h-SW, der ein Vorhalten 90° zum Wind sehr schwer machte. Entsprechend mager fielen die Ergebnisse des 2. Tasks aus: klick.
Torsten hat das Sagen
Fast alle Piloten benötigten heute mehrere Versuche, bastelten sich in ihrer Not gar mit knappen 300 m über Waldstücke hinweg. Der Tagessieger Ralf Kopp erflog 74,96 Wertungskilometer - bei diesen Bedingungen eine umso beeindruckendere Leistung. Wir Leipziger sammelten uns mehrheitlich um Jüterbog im Bereich der noch ein paar Punkte bringenden Minimumdistanz; und Thomas landete mit seinen 33,29 Wertungskilometern gar in den Top 10 (Platz 8). Da geht noch was...
Es geht hoch
Vereint am Fläming-Skate. Ohne Skater, dafür mit vielen Skaterinnen
Sunset am dritten Tag
04.08.2010 | 10.31 Uhr Die heutige Aufgabe steht: Es geht über 91 km und einen Wendepunkt immer entlang des Berliner Luftraums erst nach Brand zur Ex-Cargo-Lifter-Halle (heute Tropical Island) und danach weiter nach Beeskow zum Bahnhof. Der Höhenwind dürfte heute den Ausschlag geben. Langsame Schirme, die weniger erfolgreich vorhalten können, werden mit der Luftraumgrenze sicher keine Freundschaft schließen... ...drückt uns (Frank, Thomas, Torsten, Sven, Christian) die Daumen. Dankeschön.
Thomas zeigt wo's langgeht
Die Aufgabe
Die Luftansichten der Zielpunkte
Höchste Konzentration, bloß keine falschen Punkte eintippen 04.08.2010 | 9.28 Uhr Guten Morgen. In 2 Minuten ist Briefing, danach Helferschlepps bis circa 11 Uhr und danach voraussichtliche Öffnung des Tasks. Nachher wissen wir mehr.
03.08.2010 | 23.34 Uhr Yo, ans Seil wollte dann doch niemand mehr, dabei hätte Robert Bernat seinen neu (heute in 4 h) eingeleinten U4 gleich probefliegen können. Gleiches Thema: Wir sind froher Erwartung was den morgigen Tag anbelangt - mal schauen. Schleppbetrieb ist ab 8 Uhr in der Früh angesetzt. Da sage keiner, Flieger wären Langschläfer. In diesem Sinne: Gute Nacht.
03.08.2010 | 18.17 Uhr Die Wellnessfreunde sind alle wieder im Lager eingetroffen - mit blauem Himmel im Schlepptau. Unser Verein okkupiert jetzt fast das halbe Zelt vor dem Fliegerbunker. Aber keine Angst, die Truppen werden wieder friedlich von dannen ziehen :-). Gibts hier Nachfrage nach Helferschlepps? Ich kann euch nicht hören...
03.08.2010 | 12 Uhr Die Admins sitzen im Flugvorbereitungsraum und laden mit 56k-Speed ein paar Bilder hoch. Währenddessen schwärmt ein Teil der Piloten in die umliegenden Thermen aus, um die Vorzüge von hoher Luftfeuchtigkeit, gepaart mit hohen Temperaturen, zu geniessen. Nachher gibt es Reis zum Mittag und am Nachmittag hoffentlich die ersten Schlepps.
03.08.2010 | 09.30 Uhr Heute werden wieder Schirme gebraucht, aber Regenschirme. Die ganze Nacht Nässe von oben, das Frühstück halbwegs trocken, dann jedoch pünktlich zum Briefing wieder Regen. Es gibt keinen Task, nur die Hoffnung, daß am Nachmittag ein wenig freies Fliegen möglich ist.
02.08.2010 | Irgendwann abends Beim zweiten Briefing wurde bekanntgegeben, dass 14 Uhr ein Task gestartet wird. 41 km im Dreieck, mit den Wendepunkten Markendorf und Flugplatz Reinsdorf.
Ins Ziel kam heute keiner, Hans Bausenwein stand 4 km vor dem Goal am Boden. Zwischenzeitlich (während des Tasks) sah es im Osten nach Regen aus einer großen schwarzen Wand aus - dieser blieb aber glücklicherweise mitsamt des Kaltluftausflusses nur eine Befürchtung. Fazit: Wir haben uns warmgeflogen, sind vollgefuttert vom ersten Pilzmahl der Saison (eine Pfanne Parasol bitte - special thanks an den Vereinsmykologen Frank) und sehen dem verregneten Dienstag entspannt entgegen.
02.08.2010 | 11.53 Uhr Ich sitze im Flugvorbereitungsraum in Altes Lager und warte auf das zweite Briefing. Zweites Briefing deshalb, weil uns das Wetter zu Beginn dieser Woche noch etwas an der Nase herumführt, nicht ganz genau seine Pläne preisgeben mag. Wir werden heute höchstwahrscheinlich keinen Task bekommen, wohl aber die Abläufe an den Startplätzen checken und bei Mängeln Abhilfe schaffen können.
German Flatlands 2010 Task 1 - Hot Spot Altes Lager from the coach on Vimeo. |
Wo Kalle zu seinem Namen kam...
Sonntag, 18.07.2010 - bei mir zu Hause Heute habe ich endlich meinen letzten Nachtdienst und dann zwei Tage frei. Schade nur, dass Thomas montags immer seinen Ruhetag einlegt. Aber für Dienstag könnte ich mich ja schon mal für's Fliegen anmelden. Genauer auf www.klink-dich-aus.de --> Online Helmreihe... [...] "Montag, 19.07.2010 von 13.00 bis 21.00 Uhr Flugbetrieb geplant, Flugplatz Boehlen" Etwa 13.30 Uhr komme ich am Flugplatz an. Philipp erkenn ich am Schirm, der verschwindet gerade in Richtung Wolkenbasis. Schnell allen einen guten Tag gewünscht und dann den Schirm aus dem Auto geholt und startklar gemacht. Noch ein bissel Wasser in den Trinksack und schon kann es los gehen. Schöner Start und anschließend ein ruhiger Schlepp. Kein gutes Gefühl was das Wegkommen betrifft. Nach dem Klinken mäßiges Sinken, welches stellenweise von stärkerem Sinken abgelöst wird. Doch nach etwa 5 Minuten hat das Ganze ein jähes Ende. Ich stehe wieder am Boden! Mist... Weiterkämpfen und damit weiter in Richtung Zwenkau versetzt werden, oder die Höhe nutzen um sicher zum Startplatz zurück zu kommen. Ich entscheide mich für das Weiterkämpfen und nehme bewusst in Kauf, auch in Kürze wieder am Boden zu stehen und 2 oder 3 Kilometer zurück laufen zu müssen. Entscheidung getroffen; also weiter! So etwa 500 m unter mir fährt ein Radlader über die Baustelle und der aufgewirbelte Staub formiert sich doch prompt zu einem Dustdevil. Nichts wie da hin, um dann hoffentlich weiter nach oben zu kommen. Ich fliege in die aufsteigende Luft ein und ziemlich holprig geht es weiter. Aber so richtig durchziehen will es hier auch nicht. Kalle über mir legt mal das eine und dann auch das andere Ohr an, hält aber brav die Höhe und steigt sogar ein wenig. Endlich ist mir auch ein guter Name für meinen Schirm eingefallen! Sicher will er nur den noch am Platz bereits startfertig auf der Wiese liegenden Schirmen winken. Oder ist das seine Art mir zuzuzwinkern? Rechts neben der B2 liegt das Gewerbegebiet von Zwenkau mit einigen verlockend aussehenden Hallen. Dort fliege ich als nächstes hin und es gelingt mir wieder, mich ohne großen Höhenverlust weiter an der B2 entlang zu mogeln. Einer der Bärte riecht stark nach Teer oder Asphalt fällt mir dabei auf, es holpert weiter und Kalle winkt auch weiter mit den Ohren.
An der Kreuzung neben der Tankstelle hoffe ich dann, endlich bis zur Basis aufdrehen zu können und weiter oben ruhigere Bedingungen vorzufinden. In so etwa 1000 m Höhe verabschiedet sich dann plötzlich meine linke Pobacke nach unten. Ich werfe mich nach rechts, schaue zu Kalle nach oben, um mit ihm zu schimpfen und bin ein wenig überrascht, circa 1/3 des Flügels immer noch eingeklappt zu sehen. Sonst war der immer längst wieder offen bis ich Zeit hatte nach dem Schirm zu sehen. Aber langsam und zuverlässig geht er unter meinem wachsamen Blick wieder auf und hält dabei auch gut die Flugrichtung. Der Bart ist aber weg. Und ich im heftigsten Sinken. Also Beschleuniger durchtreten und weiter zur nächsten Ortschaft. Die heißt Rüssen-Kleinstorkwitz und hat scheinbar ein Herz für Gleitschirmflieger, schickt sie mich doch endlich auf den höchsten Punkt meines Fluges. Bei 2100 m MSL ist die Basis erreicht und ich beschließe, mal ein paar Fotos zu machen und mich ein wenig zu entspannen. Wenn die ganzen kleinen Menschen da unten doch wüssten, wie gut ich mich gerade fühle!
Der Plan geht richtig gut auf. Nie komme ich unter die 1000 und bin zwischendurch auch mal wieder an der Basis ohne dafür lange nach einer Thermik suchen zu müssen. Ich nehme einfach mit, was so auf dem Weg liegt und das Leben ist im Moment für mich einfach nur schön! Am Stadtrand von Zeitz eine Gartensparte, über der ich wie erwartet auch wieder gutes Steigen finde. Irgendwie will es mir aber nicht gelingen dieses bis zur Basis auszukurbeln. Ich falle luvseitig heraus und finde es dann nicht wieder. Irgendwie schwächelt die Konzentration wohl so langsam, bin ich doch mittlerweile über 1,5 Stunden in der Luft. Neuer Plan, das Krankenhaus mit dem Parkplatz davor und dahinter, ein Stück entfernt, ein paar Windräder als Alternative. Mit 3 m/s Sinken geht es zum Krankenhaus. Aber hier zuckt sich leider nichts. Also ohne langes Rumprobieren weiter zu den Windrädern. Die funktionieren wie erwartet aber es zieht nicht so richtig durch. Kenne ich ja schon! Für cirka 400 m Höhe brauche ich etwa 15 Minuten. Was ist denn nur auf einmal los? Ein Blick auf die Uhrzeit zeigt dann eine mögliche Lösung auf. Nach 18.00 Uhr! Ich denke mal, es liegt einfach an der späten Zeit und dem zu erwartenden Ende der Thermik. Also konsequentes Rückenwindfliegen und noch ein paar Kilometer für die Wertung machen. Ein paar kleinere Orte liegen noch in erreichbarer Entfernung, bringen aber auch kein Steigen mehr. Meine Flugrichtung geht nun direkt in das Elstertal. Über der Ortschaft Ossig gelingt es mir dann noch mal, knapp 80 m Höhe zu gewinnen, bevor scheinbar endgültig Schluss sein und das finale Abgleiten mit gleichzeitiger Suche nach einer schönen Landestelle beginnen sollte. Diese find ich auch bald und gleite so nicht ganz bis zu den Ufern der Elster. Schließlich möchte ich den Berg ja nicht wieder hoch laufen. Bei fehlendem Wind am Boden und reichlich Platz erspare ich mir eine großzügige Landeeinteilung und so stehe ich nach 2:20 h in der Luft wieder am Boden - allerdings nur kurz. Denn just aus dem Gurtzeug geschlüpft folgt sogleich ein Luftsprung. Wat mut, dat mut...
Erster Hammertag 2010
Unser vereinseigener Meteorologe Torsten rief mich am Donnerstag an und machte auf die gute Wetterlage des nächsten Tages aufmerksam.
Wer es aber geschafft hat, direkt in einen Bart hinein zu starten, befindet sich - wie heute der Erfurter Christian als erster - schnell an der Wolke und kann mit dem Kilometerfressen beginnen. Eine tolle Show für die zahlreichen interessierten Wanderer, denen unter anderen auch ich eine Kurzeinweisung in unseren faszinierenden Sport (nein, es ist mehr!) geben durfte.
Mittlerweile ist es 16.30 Uhr geworden, Torsten und Alex sind am Startplatz eingetroffen, ich stehe/liege schon seit über einer Stunde startklar am Hang und beobachte, bereits leicht resignierend, die Absaufer der anderen. Immer wieder ziehen teils heftige Ablösungen durch, die ein Starten nur in der Anfangsphase zulassen, und der Wind hat einen bedrohlichen Westanteil bekommen. Okay, ich rappel mich aus meinem Standby-Modus auf und entscheide, die nächste Phase zu nutzen. Und wenn es nur ein Abgleiter wird, ist's auch okay. Hauptsache, nicht runterlaufen!
Der Windsack strafft sich, es beginnt zu fauchen, keine Sekunde verlieren, aufziehen, ausdrehen, raus.
Was macht man nun mit soviel Höhe unter dem Allerwertesten? Auf freie Strecke gehen ist eine Möglichkeit, ein Dreieck fliegen die andere. Da meine Erwartungen schon übererfüllt wurden - ja, ich habe dort oben mehrfach laut gejubelt - entscheide ich mich für Option 2. Nicht zuletzt, weil auch das Auto unten steht. Torsten kann ich noch ein paarmal sehen, bereits mit Kurs Richtung Lippendorf, bevor er aus meinem Gesichtsfeld endgültig verschwindet. Guten Flug! Die Temps des Tages:
My first competition flight
Ich bin nun schon seit einigen Tagen in Australien und hier nun ein kleiner Überblick, wie ich das fliegen Down Under bisher erlebt habe. Kaum mit dem Flieger in Brisbane angekommen ging es vom Flughafen aus gleich weiter mit dem Zug nach Nerang wo ich von einem Flieger-Kollegen abgeholt und nach Canungra gebracht wurde. Abends ging es dann gleich zum gemeinsamen „all you can eat” Pizza essen. Am folgenden Dienstag sollte es auch gleich los gehen. Das Briefing war zunächst für 8:30 Uhr im Cafe Metz angesetzt, wurde dann allerdings stundenweise verschoben bis schließlich um 12 Uhr die Task für den Tag endgültig gecancelled wurde oder wie die Aussies sagen ”Task is canned”. Uff! Das war ein Wechselbad der Gefühle. Ich war richtig froh, dass ich am ersten Tag nicht gleich fliegen „musste”. Am Mittwoch ging es dann genau so weiter, alle wurden schon richtig ungeduldig und der Lagerkoller begann um sich zu greifen. Dann endlich am Mittwoch war das Wetter vielversprechend und so verbesserte sich auch die Stimmung. Beim Briefing um 8:30 Uhr wurde zu meiner Überraschung allerdings nur die Abfahrtszeit der Busse bekannt gegeben. Noch nicht einmal zu welchem der 4 möglichen Startplätze wir fahren würden haben die beiden Organisatoren verraten. Na dann nichts wie los, Gleitschirm in den Anhänger und ab in den Bus. Nach 20 min. halten wir an und ich versuche erstmal herauszufinden wo wir denn nun eigentlich sind - Bechmont - aha! Sagt mir sowieso nicht viel aber mein GPS wird sich doch hoffentlich schon auskennen. Versuche erstmal einen professionellen Eindruck zu hinterlassen und ziemlich genau das zu tun, was die anderen Piloten auch tun. Auspacken, Schirm auslegen, einhängen und dann natürlich noch mindestens 3x auf die Toilette bevor es los geht. Für 9:45 Uhr ist jetzt, wie ich erfahre das eigentliche Briefing angesetzt. Mit dem GPS bewaffnet stelle ich mich zu den anderen und blicke ganz gebannt auf das Task Board. Mein einziger Gedanke ist, hoffentlich schaffe ich es die Wendepunkte auch einzugeben und richtig super wäre es, wenn die Reihenfolge auch noch richtig wäre. Kaum ist das Task Board enthüllt und das Geheimnis gelüftet piepst es auch schon wie wild um mich herum. Jeder hackt wie wild die Wendepunkte bzw. das Ziel in sein GPS. Na dann mal los. Zu meinem Glück ist heute erst einmal nur der Start und das Ziel einzugeben und so zeigt sich zu meiner Freude auch im Karten Modus eine Linie. Schnell nochmal links und rechts gespickt ob die Richtung meiner Linie mit der der anderen auch übereinstimmt - yes! Jetzt nichts wie zurück und ab ins Gurtzeug, Helm auf und in der Reihe anstellen. Vor dem offiziellen Start bei welchem man nach einer vorher festgelegten Reihenfolge starten muß (wäre ganz am Ende dran gewesen), gibt es ein 10 minütiges „open window” wobei alle die sich angestellt haben in dieser Reihenfolge starten dürfen sofern dieses in den vorgesehenen 10 Minuten erfolgt. Ich hatte einen Tip bekommen und mich natürlich auch gleich angestellt. Jetzt bitte keinen Blödsinn machen und nur nicht mit dem Schirm am Startplatz herumeiern. Nichts wie raus! Airborn, das hat schon mal geklappt und jetzt nur nicht gleich absaufen und im „bomb out” landen. Aber hallo, es geht zum Glück aufwärts und da schon einen ganze Menge Gleitschirme in der Luft sind fliege ich zunächst mal immer dorthin wo es gerade hoch geht. Das fühlt sich gut an mit 70 anderen Piloten in der Thermik zu kreisen. Zu meiner Überraschung kreisen alle ganz brav in der vorher festgelegten Richtung. Dann teilt sich das Feld plötzlich und die erste Gruppe fliegt in Richtung Norden. Ich bleibe erstmal wo ich bin und kreise weiter, bis sich wieder eine Gruppe löst, diesmal in westlicher Richtung. Ich hinter her. Da die meisten Schirme etwas schneller unterwegs sind, habe ich so meine Mühe mitzuhalten aber es hat den Vorteil, dass ich die Jungs vor mir sehe und damit auch wer steigen bzw. saufen hat. So überquere ich dann 2 Täler bis ich am Mt. Mohammed ziemlich tief ankomme. Habe mich schon fast damit abgefunden zu landen, da geht es doch nochmal am Berg entlang etwas hoch. Zu dem Zeitpunkt sind noch 2 Schirme in meiner Nähe, die sich aber für unterschiedliche Routen entscheiden. Ich fliege dann dem Bergrücken entlang die etwas südlichere Route und überquere anschließend nicht besonders hoch den Bergrücken worauf hin ich gleich mit einigen Klappern bestraft werde und sehr schnell an Höhe verliere. In einiger Entfernung sehe ich eine Farm - ob ich es bis dorthin wohl noch schaffe? Zum Glück wird die Luft wieder etwas stabiler und so rette ich mich bis zur Farm und da ist auch zufällig eine wunderbar freie Wiese daneben. Ich will runter und mache mich zum Landen bereit, da will mein Schirm doch plötzlich wieder rauf. Mir reicht es jetzt aber tatsächlich und so einigen wir uns schließlich doch darauf zu landen. Kaum bin ich am Boden und habe meinen Schirm zusammengerafft nähert sich eine Armada von ca. 15 Kühen und folgt mir ganz neugierig mit geringem Abstand auf Schritt und Tritt bis ich in aller Eile samt Schirm über den Zaun geklettert bin. Nach dem ich alles ordentlich verpackt habe bekomme ich Besuch von der Farm und das nette Angebot bis zur nächsten größeren Straße mitgenommen zu werden. Dort angekommen setzte ich ganz brav meine SMS in Richtung „headquater” ab - „pilot 73 S28*04.997E152*56.079 safe and need retrieve” um dann gleich über den vereinbarten Kanal 21 den „retrieve” Bus anzufunken. Das klappt dann auch ganz prima und keine 10 min. später sitze ich mit einigen anderen Piloten im Bus die anscheinend auch ganz in der Nähe gelandet sind und es geht zurück nach Canungra.
Alpensafari 2009
Endlich wieder in den Bergen
Noch am Abend bekam ich eine SMS, dass das Wetter in den Dolos wohl bis zum Donnerstag richtig gut aussähe. Damit war unsere Entscheidung gefallen und am nächsten Vormittag der Bus schnell wieder vollgepackt mit allerlei Kram (okay, hauptsächlich mit meinem Kram). Benvenuti a Val di Fassa
Am Morgen des 23.09. geht es direkt vom Zelt in den nahen Fluss zur morgendlichen Duscheinheit. Wobei, es war eher ein Vollbad. Die Wassertemperatur ließ gerade einmal eine Querung hinüber zum anderen Ufer (denn danach spürte man seine Füße kaum noch) sowie ein kurzes (!?) Hinlegen zu. Frank und Thomas W. waren mit von der Partie (oder gar die Anstifter?). 13.24 Uhr starte ich als letzter der Gruppe vom Südstart unterhalb des Col Rodella und bereits 6 Minuten später zieht der Hausbart an die Basis auf 3100 m NN. Wuuuuuhhhhuuuuuuuuu!!! Marmolada, ich komme! Oder auch nicht.
Der Plan für den weiteren Flug sah eine Rückkehr zum Belvedere vor mit anschließendem Einstieg in den Hausbart. Nur dumm, wenn man auf der Südseite unterhalb des Gipfelniveaus ankommt. Mir blieb nichts anderes übrig, als nach SW abzubiegen und den Kamm zu umfliegen. Der Thermikanschluss auf der Westseite gelang mir nicht mehr, so dass ich meinen Plan, den Sella-Stock zu besuchen, leider aufgeben musste. Wenngleich nicht alles geklappt hat so war ich doch zufrieden über die sichere Rückkehr zum Landeplatz. Zwei Pässe und ein verwandelter Elfmeter
Gemeinsam tauchten wir in die Wolke ein, hielten Funkkontakt, "spazierten" an der Felswand entlang, machten wieder Höhe ... und schauten hinunter zu den anderen, die da 400 Meter tiefer weiterhin am Startplatz soarten. Unbeschreiblich. Links und über einem die Wolke, rechts der freie Blick ins Tal. Und eine volle Blase. Damn, sowas aber auch. Meine ganze Konzentration ging flöten und nach 1:24 h gab ich dem Druck am Landeplatz nach. Thomas P. war der wahre Airtime-Champ des Tages: 2:42 h!!!!!!
Safari ohne wilde Tiere
Ciao, bella dolomiti!
Am Startplatz angekommen landet erstmal der Heli ein und transportiert einen beim Start verunfallten Piloten ins Krankenhaus. Leestart am Morgen bringt Kummer und Sorgen! Ich warte noch gemeinsam mit Thomas und Frank bis zum Abgang der ersten Thermiken aus Süd, um dann mein Heil an den südexponierten Felsen zu suchen. 48 Minuten kann ich mich in der Luft halten - erreiche jedoch nur 56 Meter Startüberhöhung. Na ja, zum Adler ist's eben noch ein weiter Weg...
Einen schönen Herbst wünschen euch Frank, Knut, Stephan, Thomas P., Thomas W. und Christian. Alle Flüge der Tour finden sich hier: klick. |
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